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CO³ > CoCoCo > Das Corona-Übertragungsfreie-Concert-Concept

Vorbemerkung = Proklamation

Patrick Siben, der Gründer der Künstlergruppe DIE STUTTGARTER SALONIKER:

Ich bin FÜR die Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus und damit FÜR die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg und unseres geschätzten Ministerpräsidenten. 

Ich bin GEGEN die Benachteiligung von Menschengruppen durch diese Politik, insbesondere der Künstler in Baden-Württemberg und GEGEN die Entmündigung von Menschen im Allgemeinen.

Daher möchte ich auf Mißstände durch die Corona-Verordnung aufmerksam machen, bis diese Mißstände abgestellt sind.

Ich wähle das Mittel der Kundgebung und Demonstration auf Grundlage des Deutschen Versammlungsrechtes, weil meine bisherigen Anträge und Petitionen nicht gehört wurden.

Ich höre sofort damit auf, wenn wir Künstler in Baden-Württemberg wieder eigen-verantwortlich praktizieren dürfen.

Der Plan

Hier sehen Sie den Plan für einen idealen Aufbau auf der grünen Wiese:

CoCoCo auf der Grünen Wiese
CoCoCo auf der Grünen Wiese

CoCoCo > co³ > Das Corona-Übertragungsfreie-Concert-Concept

- Abstand zwischen den Sitzplätzen 2,00 Meter
( = Mindestabstand 1,5m plus 0,5m Bewegungsbereich um den Platz)
Breite der Korridore im Sitzbereich 3,00 Meter
( = Mindestabstand links/rechts 1,5m)
Breite der Korridore im Bewegungsbereich 4,00 Meter
( = Mindestabstand links/rechts 1,5m plus
0,5m Bewegungsbereich um den linken Stuhl
plus 0,5m Bewegungsbereich um den rechten Stuhl)
- Nebeneinander aufgestellte Stühle dürfen nur von Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie eines weiteres Haushaltes benutzt werden
- Zugangsbeschränkung: Das Gelände wird mit Flatterband abgesperrt.

Es werden nur 1 Person pro 10m² eingelassen.
Es wird 1 Ordner pro 20 Personen eingesetzt.

- Dokumentation der Anwesenden durch Listeneintrag mit Personalien (Anschrift und Datenschutzerklärung) und 3-Wochen-Aufbewahrung durch den Veranstalter um ggf. die Corona-Infektionskette zu verfolgen

- von der Teilnahme ausgeschlossen werden Personen, die an Covid19 erkrankt sind, bzw. die mit dem Corona-Virus infiziert sind sowie welche, die mit Symptomen einer akuten respiratorischen Erkrankung auffällig sind.

- Einbahnsystem, keine Begegnungen, Beschilderung, Eintritt in die Publikumsfläche von links, Austritt aus der Publikumsfläche von rechts

- Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand-Abstand von 1,5m nicht eingehalten werden kann

- Desinfektionsmittelspender und Einmalhandtücher werden am Eingang bereitgestellt

21.05.2020 - 21:36 Kommentar

... ich danke Ihnen für Ihren Anruf, das fast freundschaftliche Gespräch und den Zeitungsartikel.

Wenn ich "Demonstration" höre, denke ich zunächst an Radau, Schreierei (s. Wasen), und Zusammenrottung. Und dazu wollte ich nicht gehören. Vielleicht wäre es  besser gewesen, von "musikalischer Information" über Ihre derzeitige mißliche Situation zu sprechen (was es ja auch offensichtlich war). Wäre bei mir ganz anders angekommen.

Gerade kam im Fernsehen ein Feuerwehrmann, der Ihnen verdammt ähnlich sah (juhu).

Hoffentlich auf bald.

Mit freundlichen Grüßen

W.F., Großbottwar

21.05.2020 - 18:45 Kommentar

... danke für Ihre liebe Post.
Wir hatten familiäre Verpflichtungen, weiterhin viel Kraft und Erfolg.
Viele Grüße
I.K.

21.05.2020 - 10:03 Kommentar

...soeben habe ich ihre Mail gelesen. Ich finde dies eine tolle Aktion, die Sie da vorhatten. Mich würde nun interessieren, ob auch Menschen gekommen sind... und wie es gelaufen ist. Gibt es eine Veröffentlichung in der Presse über Ihre Aktion? Können Sie mir diese evtl. zusenden? Würde mich sehr freuen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, allen Musikern und Künstlern, dass es bald weiter geht.
Mit freundlichen Grüßen
I.W.

20.05.2020 - 19:39 Kommentar

...vielen Dank für Ihr e-mail.
Wir wären gerne gekommen, allerdings waren wir nicht so sportlich unterwegs,
Ihre Nachricht rechtzeitig zu lesen.
Vielleicht schaffen wir das dann beim nächsten Mal, wenn es geht mit ein
klein bissele mehr Vorlauf.
Viele Grüße aus Nellmersbach
J.R.

20.05.2020 - 14:30 Kommentar

...sehr schöne Idee, leider falscher Zeitpunkt. Wir nutzen das lange Wochenende, um bei den Großeltern mit Kinderbetreuung vom home Office zu entspannen.

Viele Grüße

S.M.

20.05.2020 - 12:40 Kommentar

...bitte streichen Sie mich von Ihrer Mail Adressen Liste. Ich möchte keine Mails mehr bekommen.
Ich möchte auch nicht in einem Verteiler sein, der zu Anti Corona Kundgebungen aufruft.

Mit freundlichen Grüssen,

G.F., Esslingen

20.05.2020 - 11:35 Kommentar

... ich darf Sie nochmals bitten, mir keine mails mehr zukommen zu lassen. Vor allem, weil Sie jetzt auch Kinder vor Ihren Karren spannen wollen. Zumindest schön, dass Sie gegen den Virus kämpfen. Viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
W.F., Großbottwar

20.05.2020 - 01:02 Kommentar

... Dann wollen wir gemeinsam hoffen ... 

S.W.

19.05.2020 - 10:52 Kommentar

...Herzlichen Dank für die Info,
Leider bin ich an allen Terminen verhindert, sehr schade!!!
Gutes Gelingen und ganz liebe Grüße
G.K.

18.05.2020 - 21:45 Kommentar

...die Info zur Demo kam für mich leider etwas zu spät. Ich finde es gut, dass Sie Initiative ergreifen, um auch Kunst und Kultur wieder die Türen zu öffnen. Ich fiebere schon dem Wasserkonzert auf dem Blautopf am 24. Juni 2020 entgegen und bin voll der Hoffnung, dass es stattfinden wird.
Haben Sie diesbezüglich schon grünes Licht bekommen?
Seien Sie herzlich gegrüßt,
S.W.

18.05.2020 - 21:44 Kommentar

... leider konnte ich gestern nicht dabei sein, aber sie haben mein vollstes Verständnis und ich teile Ihre Forderung absolut!

Herzliche Grüße

V.S.

Backnanger Kreiszeitung Von Renate Schweizer

MURRHARDT. Nein, es war kein Konzert, beileibe nicht – Konzerte sind ja verboten. Es war eine angemeldete Demonstration unter Polizeischutz, ganz genau eine CoCoCo-Kundgebung: eine Kundgebung für ein Coronaübertragungsfreies-Concert-Conzept. Unter Einhaltung, das ist ja klar, sämtlicher momentan gültiger Bestimmungen der Coronaverordnung. Schauplatz des Geschehens: Der Rosengarten der Villa Franck in Murrhardt an einem sonnigen Sonntag im Mai.

Um es gleich vorwegzunehmen: Das Konzept ging voll auf. Der Spaß begann schon am Eingang zum Demonstrationsgelände: Ordner in alten Feuerwehruniformen und die beiden Töchter des Versammlungsleiters wiesen die – meist sonntäglich gewandeten und mit farblich passenden Gesichtsmasken versehenen – Demonstranten freundlich-energisch ein: Hier bitte Name und Adresse eintragen, Abstand halten, den gekennzeichneten Einbahnverkehr durch den Garten beachten, freie Platzwahl auf den locker verteilten Stühlen im Garten, und ist der Platz erst eingenommen, bitte nicht mehr unnötig herumlaufen. „Wenn Sie erst sitzen, dürfen Sie die Maultasche runternehmen“, erklärt Kosima, die ältere Tochter des Chefsalonikers. Und Philippa, ihre jüngere Schwester, nickt dazu bedeutungsschwer mit dem Kopf. („Maultasche“ muss ein regional gefärbter Versprecher sein, denn bekanntlich können ja Kinder dieses Alters noch keine Ironie. Oder doch?) Nicht nur die Polizei, auch die zu Ordnern bestellten Erwachsenen passen auf wie die Schießhunde, dass alles läuft, wie es muss, und alle laufen, wie sie sollen.

Als dann schließlich alle Demonstranten ihr Plätzchen gefunden haben, gehen Musiker und Ordner mit Meterstäben bewaffnet von Platz zu Platz, messen Abstände aus und überprüfen Haushaltszugehörigkeiten. Alles okay – es kann losgehen. Und das tut es mit „Wien bleibt Wien“, Salonmusik vom Allerfeinsten (Komponist Johann Schrammel – echt, der hieß so). Die Musik passt ganz wunderbar in einen frühsommersonntäglichen Rosengarten.

Danach begrüßt Patrick Siben – mit Bauarbeiterhelm über dem Lockenkopf und Feuerwehrjacke über dem schwarzen Konzertfrack – die Demonstrationsteilnehmer und erklärt, worum es geht: „Es geht darum, kundzutun, dass es keinen Grund gibt, Konzerte unter Coronabedingungen und unter freiem Himmel nicht zu genehmigen. Manche Musiker, die ich heute um Mitwirkung gebeten habe, haben abgesagt, weil sie selbst Risikogruppe sind oder mit Menschen zusammenleben, die besonderen Schutz brauchen. Das ist gut und das zeigt Verantwortungsbewusstsein. (...) Wir fühlen uns bevormundet. Wir wollen Eigenverantwortung. Wir erklären den Meterstab zum Maßstab der Vernunft. Wir können selber messen!“

Weiter geht es mit einem Querflötensolo. Die Querflöte, das ist ja inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen, ist das gefährlichste aller Instrumente hinsichtlich der Infektiosität: Der Atemstrom des Flötisten geht nämlich mit voller Absicht, gezielt und kraftvoll bis zu vier Meter weit über das Blasloch des Instruments hinweg mitsamt allen Krankheitserregern, die er möglicherweise enthält. Vermutlich war’s diesem Umstand geschuldet, dass die Querflöte ganz allein für sich am anderen Ende des Gartens ihre magische Wirkung entfaltete: Federleicht wie verliebte Schmetterlinge wehten die barocken Flötentöne (Telemann) durch den Garten, umspielten Hahnenfuß und Pusteblumen, schlängelten sich durch die Säulen des klassizistischen Wandelgangs der Villa, streichelten zärtlich die musikentwöhnten Ohren des verzückten Publikums (pardon, der Demonstrierenden natürlich) und zogen Mundwinkel nach außen-oben wie mit einem Feenstab. Nebenan klimperte einer bei offenem Fenster die „Ballade pour Adeline“, und wäre das ein Konzert gewesen, hätte es vermutlich ein bisschen gestört. War aber kein Konzert, sondern eine Demo – da gehört ein wenig Hintergrundlärm zum Programm, und so unterstrich der unbekannte Klavierspieler, vermutlich ohne es zu wollen, den Demonstrationscharakter des Events. So ging es weiter: Das politische Anliegen, Konzertfreigabe unter freiem Himmel nach Maßgabe der Coronaverordnung bis spätestens ab 1. Juni, eloquent und launig vorgetragen in Variationen vom Kapellmeister der Saloniker und Hausherrn der Villa, Patrick Siben, unterbrochen von Musik. „Wir halten Abstand und wir können alles tun: Essen und Trinken, Feiern und Arbeiten, Träumen und Lachen, Leben und Sterben“, rief der Versammlungsleiter zum Schluss, und dann spielten die Musiker „Stormy weather“ von Duke Ellington. Siben am Klavier, tiefenentspannt, singend, das Söhnchen auf dem Schoß und eine der Töchter an der rechten Schulter, cooool (mit mindestens vier o’s), die Bläser, gelassen groovend das Schlagzeug und die Geigen weinten... – die Berichterstatterin ist bereit, einen heiligen Eid zu schwören, dass selbst den stoischen Polizisten, die ihre Pflicht am Gartenzaun taten, die Beine zuckten. Ein Maisonntag im Garten, der schöner nicht sein könnte – wir wollen mehr davon, und wenn das jetzt CoCoCo-Kundgebung heißen muss, damit es möglich wird, dann wollen wir eben CoCoCo-Kundgebungen.

[link zum Artikel]

17.05.2020 - 10:18 Kommentar

...Ich, lieber Herr Sieben, möchte noch ein wenig weiterleben. Deshalb habe ich für Demonstrieren gegen den Staat, der Sie so sehr "bevormundet" kein Verständnis. Ich mag Ihre Musik sehr, Demonstrieren sollten Sie alleine. Gehen Sie doch auf den Wasen, um sich bemerkbar zu machen. Dort sind angeblich auch nur normale Menschen. Ich glaube, Sie haben das Ganze noch nicht begriffen und jetzt ein bischen überzogen. So schlimm es jetzt für Sie, wie auch für andere Künstler sein mag. Wie es in anderen Ländern läuft (z.B. England), welche Ihre Bevölkerung nicht so mit Mißständen überhäuft, können Sie ja täglich im Fernsehen sehen.Vielleicht geht Ihnen ein Licht auf, wenn Sie einen Schlauch in Ihrer Lunge haben. Ich hoffe für Sie, dass der eine oder andere "Demonstrierer" kommt und Sie schadlos die Kundgebung überstehen. Wen erwarten Sie eigentlich bei Ihnen? Glauben Sie vielleicht, dass zu Ihnen die Musikliebhaber kommen? Nein, unter diesen Menschen habe ich nichts verloren. Da sind Sie bei mir schwer daneben "gedappt". Hoffentlich nicht auch bei vielen anderen, sonst gehts mit der "Villa" weiter bergab. Hätten Sie doch angeboten, dass Sie derzeit Gutscheine ausgeben, um Ihr Überleben zu sichern, hätte ich mit mir reden lassen. Aber zu einer Bettelveranstaltung  mit "Freiheitrufern" komme ich mit Sicherheit nicht.
Es geht bestimmt weiter, aber ich möchte ich Sie bitten, mir künftig keine mails mehr, vor allem solch aufwiegelnde, zukommen zu lassen. Ich lege eben weiterhin Ihre CDs ein und hoffe für Sie das Beste.
Mit freundlichen Grüßen
W.F.

17.05.2020 - 10:09 Kommentar

...auf Grund Ihrer Einstellung gegenüber staatlichen/behördlichen Gesundheitsschutzmaßnahmen bitte ich, mir künftig keine Nachrichten über die Stuttgarter Saloniker mehr zu zuschicken.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Weber

REMS-MURR-KREIS Ordnungsamt Kreispolizeibehörde

14. Mai 2020 Az 2111/104.22/HM

Anmeldebestätigung mit beschränkenden Auflagen
Öffentliche Versammlung ohne Aufzug am Sonntag, den 17. Mai 2020
Ihre schriftliche Anmeldung per E-Mail vom 13. Mai 2020

Sehr geehrter Herr Siben,
die von ihnen gemäß § 14 Abs. 1 Versammlungsgesetz vorgenommene Anmeldung folgender Versammlung wird hiermit bestätigt und kann unter Beachtung des beigefügten Merkblattes wie folgt durchgeführt werden:
[link zum volle Wortlaut des Schreibens]

Stuttgarter Zeitung

Von Martin Tschepe 13. Mai 2020 - 15:30 Uhr

Murrhardter Musiker plant Auftritt Probe für Konzerte in Coronazeit  Der Murrhardter Musiker Patrick Siben sieht seine Branche massiv benachteiligt. Er hat ein Konzept erarbeitet und will am Sonntag vor Publikum im Park der Villa Franck spielen – das ist eigentlich verboten.  Murrhardt - Der Musiker Patrick Siben von den Stuttgarter Salonikern hat die Faxen dicke. Der Mann aus Murrhardt will trotz der Coronakrise wieder vor Publikum spielen. Das sei ihm und allen anderen Musikern aber laut Corona-Verordnung verboten. Im Fünfpunkteplan der Regierung würden Musiker erst in der Stufe fünf aufgeführt, demnach dürften die Saloniker und anderen Musiker erst nach dem 31. August wieder vor größerem Publikum auftreten, also arbeiten.  Siben hat deshalb bei der Stadt Murrhardt beantragt, am Sonntag, 17. Mai, ein „Corona-übertragungsfreies Konzert“ ausrichten zu dürfen. Er habe ein Konzept erarbeitet, das Infektionen ausschließe. Bereits am vorigen Sonntag hatte der Musiker, der in der Villa Franck in Murrhardt lebt, im Park der Villa zu einem „Probesitzen“ eingeladen. Gekommen seien über mehrere Stunden verteilt immerhin gut drei Dutzend Gäste.  Konzert auf der Königstraße in Stuttgart geplant  Der Park ist seither mit 80 Sitzgelegenheiten bestuhlt. In seinem „Corona-übertragungsfreiem-Open-Air-Conzert-Conzept“, kurz CoCoCo, sei klar geregelt, dass es sich nicht um eine Großveranstaltung handele. Siben sagt, er wolle die Zahl der Zuhörer für solche Veranstaltungen auf 100, maximal 200 Personen begrenzen. Je Zuhörer müsse es mindestens zehn Quadratmeter Platz geben – im Park der Villa seien es sogar gut elf Quadratmeter. Es solle sich grundsätzlich um geschlossene Veranstaltungen handeln, die Personalien aller Anwesenden seien den Veranstaltern bekannt und würden dokumentiert. Karten gebe es nur im Vorverkauf, am Eingang werde eine Besucherliste ausliegen. Zwischen allen Stühlen werde ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten, es gebe „breite Korridore“, die Besucher würden über eine Art Einbahnsystem geführt: Eingang links, Ausgang rechts. Paare und Familien dürften zusammensitzen, auf den Toiletten und am Einlass gebe es Papierhandtücher und Desinfektionsmittel. Mit diesem Konzept, so Siben, müsse es Musiken landauf, landab gestattet werden wieder aufzutreten. Er sieht seine Branche massiv benachteiligt. Er sei nicht neidisch auf Gaststätten mit Außenbericht, aber diese dürften schon vor Pfingsten wieder öffnen. Mit dem Konzert im Rosengarten der Villa „wollen wir zeigen, dass wir ein Open-Air-Konzert genauso gut können wie Gastronomen den Biergartenausschank“. Notfalls, sagt Siben, solle das Konzert halt als angemeldete Demonstration über die Bühne gehen – als Demo, auf der auf die Bedürfnisse und Nöte der Musiker hingewiesen wird. Siben hat weitere Pläne: Am Pfingstmontag solle ein Konzert im Musikpavillon auf der Königstraße in Stuttgart stattfinden. Und am 20.?Juni will er mit seinen Salonikern dann auf Schloss Solitude auftreten, „notfalls angemeldet als Demo“. Gefesselter Kasper im Park der Villa Franck  Der Murrhardter Bürgermeister Armin Mößner erklärt auf Anfrage, das Landratsamt in Waiblingen sei für eine Genehmigung der Veranstaltung am kommenden Sonntag zuständig, Siben habe das Konzert „als Demonstration verpackt“. Er könne den Musiker ja gut verstehen, sagt der Schultes, Siben brenne für seine Arbeit und wolle halt wieder vor Publikum spielen. Das sei zurzeit laut Coronaverordnung aber nicht erlaubt. Mößner sagt, Siben solle sich „noch ein paar Tage gedulden“, der Rathauschef geht offenbar davon aus, dass die Regelungen für Musiker bald gelockert werden könnten.  Eine Sprecherin des Landratsamt hingegen erklärt, dass der Antrag von Patrick Siben so nicht genehmigungsfähig sei. „Eine politische Demonstration, bei der man Eintritt zahlen soll...?“ Das habe man dem Musiker auch so vermittelt, dass dieser wohl einen neuen Antrag stellen werde, der mit dem Demonstrations- und Versammlungsrecht voraussichtlich in Einklang zu bringen sei.  Unabhängig davon will Patrick Siben demnächst eine übergroße Kasperfigur auf einem der Stühle platzieren. Der Kasper solle sich die Augen, Ohren und den Mund zuhalten und zudem an Händen und Füßen gefesselt werden.

Backnanger Kreiszeitung

Patrick Siben plant ein Konzert der Stuttgarter Saloniker im Rosengarten der Murrhardter Villa Franck. Er hat bereits einen Besucher-Probelauf dafür unter Einhaltung bestimmter Maßnahmen gemäß den Coronabestimmungen durchgeführt.

Von Bernhard Romanowski

MURRHARDT. Das Ziel ist ambitioniert, zumindest in Zeiten der Coronakrise mit ihren Beschränkungen auch für kulturelle Veranstaltungen: Patrick Siben will mit dem Orchester Die Stuttgarter Saloniker das erste offiziell genehmigte Livemusikkonzert in Baden-Württemberg auf die Beine stellen. Austragungsort: der Rosengarten der Villa Franck in Murrhardt. Es gab auch schon eine Art Sitzprobe dazu.

Am Sonntag empfing Siben etliche Passanten im wieder geöffneten Villa-Park, um sein „Corona-übertragungsfreies-Konzertkonzept“ – wie er es nennt – quasi am lebenden Objekt zu testen. „Das war kein Konzert, sondern ein Probesitzen bei freier Entscheidung der Passanten“, betont der Musiker auf Nachfrage unserer Zeitung.

Dazu hatte Siben auf einer Testfläche Stühle aufgestellt, und zwar einzeln mit jeweils zwei Metern Abstand zum nächsten Platz, sowie Stühle für Paare und für Dreier- und Fünfergruppen. Zwischen den Stuhlreihen ist ein Korridor von vier Metern Breite vorgesehen. Die bestuhlte Fläche ist dann – wie am Sonntag praktiziert – nur im Einbahnsystem für die Gäste zugänglich, um Begegnungen zu vermeiden. Über rund vier Stunden verteilt seien rund 40 Leute gekommen, so Siben zur Resonanz der Aktion. Das Konzept funktioniere genauso gut wie die Vorkehrungen in der Gastronomie oder im Einzelhandel, ist der Organisator überzeugt. Siben: „Ich möchte damit der Politik im ersten Schritt beispielgebend für alle Musiker und Künstler zeigen, dass Künstler – Laien wie Profis – genauso zuverlässig sind wie die Gastwirte, die ihre Biergärten gemäß Stufe zwei schon rund um Pfingsten öffnen dürfen, während die Musiker und Kultureinrichtungen im Fünfpunkteplan unseres geschätzten Ministerpräsidenten erst in der Stufe 5 der Lockerungen vorgesehen sind.“ Demnach dürften Siben und das Salonorchester erst wieder nach dem 31. August dieses Jahres arbeiten, sprich vor größerem Publikum agieren.

Doch damit kann sich der Murrhardter Musiker nicht abfinden. Er will nicht nur möglichst noch zu Pfingsten ein Konzert im Park der Villa Franck geben, an dem 80 Menschen auf 1000 Quadratmetern verteilt teilnehmen können, wie er berechnet hat. Er will am 20 Juni auch im Musikpavillon auf der Stuttgarter Königstraße konzertieren und ebenso auf Schloss Solitude. Diese Veranstaltungen will er notfalls als angemeldete Demo organisieren. Die Politik hält er im Moment für überfordert. Auf kommunaler Ebene verweise man auf die Verfügungsgewalt des Landes, beim Land sehe man die Verantwortung und Genehmigungsmacht bei den Kommunen, so Sibens Schilderung. Und er glaubt, eine Art Gesetzeslücke entdeckt zu haben. „Befehlsnotstand“ nennt er das. Denn in der Rechtsverordnung über die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus der baden-württembergischen Landesregierung seien zwar Großveranstaltungen untersagt, aber nur ab 1000 Personen, meint Siben. Verboten seien demzufolge Volksfeste, größere Sportveranstaltungen und Konzerte mit Zuschauern, Festivitäten wie Stadt- oder Weinfeste und Kirmesveranstaltungen.

Siben sucht jemanden, der ihm eine große Kasperlefigur anfertigt.

„Nicht untersagt sind Konzerte im kleineren Rahmen“, ist sich Siben sicher. Darum will er nun einen entsprechenden Antrag an den Murrhardter Bürgermeister Armin Mößner richten, um sein Konzert im Park genehmigen zu lassen. „Nachdem Parks schon länger geöffnet sind, hat die Öffnung von Spielplätzen, Museen, Ausstellungshäusern und Tierparks, wenn auch unter Auflagen, bereits stattgefunden. Was spricht da gegen ein Konzert unter den genannten Auflagen?“, fragt Siben rhetorisch. Zu seinem Konzept gehöre es unter anderem auch, dass es einen Vorverkauf für die Freiluftveranstaltung und eine Besucherliste am Eingang für eine Nachverfolgung einer etwaigen Infektionskette geben wird, von Seife und Desinfektionsmittel am Eingang und auf den Toiletten ganz zu schweigen. .Bürgermeister Mößner beruft sich auf Nachfrage auf die gesetzliche Verordnung des Landes, wonach ein Konzert im Villa-Park derzeit nicht gestattet ist. Dazu sollte man erst weitere Lockerungen abwarten. Je nachdem sei eine solche Veranstaltung zu Pfingsten dann vielleicht schon möglich. Mößner: „Menschlich kann ich das Anliegen von Herrn Siben gut verstehen. Er brennt dafür, endlich wieder musizieren zu können.“

Siben sucht nun indessen einen Künstler, der ihm einen großen Kasperle anfertigt. Mund, Augen und Ohren der Figur sollen deutlich verschlossen sein. Zudem soll sie an Händen und Füßen gefesselt sein. Siben will mit ihr auf die Lage der Künstler in Zeiten der Coronakrise hinweisen und sie unter anderem auch auf dem Backnanger Marktplatz aufstellen.